EXPLORE VIBRATION ist das Ergebnis der Zusammenarbeit des israelischen Künstlers und Geophysikers Michael Lazar und des Performer/ Choreografen Duos C&C alias Claudia Senoner und Fabian Chyle.

UNSER INTERESSE ist die künstlerische Untersuchung von realen und atmosphärischen Vibrationen im öffentlichen Raum. Über performative Aktionen machen wir diese sicht- und hörbar. Körper sind immer von Vibrationen umgeben! In dem wir diese Phänomene in den Mittelpunkt von EXPLORE VIBRATION stellen, verhandeln wir das Verhältnis zwischen Stabilität und Instabilität und zwischen An - und Abwesenheit! ALLES und ALLE ‚vibrieren’ immer zusammen!

WAS HABEN WIR GEMACHT? Wir trafen uns für jeweils eine Woche in Tel Aviv und in Stuttgart. An besonderen Orten des Stadtraums machten wir geophysische Messungen und Field-Recordings (Soundaufnahmen & Interviews). Die geophysischen Messdaten und die Aufnahmen sind das Ausgangsmaterial für die Soundfiles des performativen Audiowalks. Zusätzlich entwickelten wir performative Interventionen an den verschiedenen Orten, um unsere ‚Vibrations-Erkenntnisse’ wieder in den Stadtraum zurück zu führen. 

HIER finden Sie die Dokumentation unseres Arbeitsprozesses und Performanceanweisungen zum Ausprobieren! 

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1-9

Standing and sensing the vibration!

Körper im Stadtraum haben zwangsläufig eine performative Qualität!

Im öffentlichen Raum können Sie nicht NICHT performen – ihre persönliche Welt, ihre Identität, ihr Status, ihre religiösen Überzeugungen oder ihr Geschlecht wird über das körperlichen Handeln performt.

Und jene die denken, dass sie nicht performen, sind doch Teil der Performance der anderen: als Haupt- oder Nebenrolle oder minimal als Zuschauer*in.

Wenn Sie mit EXPLORE VIBRATION bewegen, verhalten Sie sich zwangsläufig anders im Stadtraum – ihr Körper wird durch eine andere Performativität aufgeladen. Dadurch nehmen Sie eventuell die Stadt und ihre Vibrationen auf eine neue Weise wahr. 

Die erste unserer Performanceanweisung wird Ihre Aufmerksamkeit für Vibrationen vertiefen! Nehmen Sie sich minimal 15 Minuten Zeit!

Performanceanweisung 1 Standing and sensing the vibration!

1. Suchen Sie sich einen Platz im öffentlichen Raum, an dem Sie verweilen möchten.

2. Wenn möglich ziehen Sie ihre Schuhe aus und schließen die Augen.

3. Spüren Sie die Vibrationen! 

Neben ‚Standing and sensing the vibration’ suchten wir vielfältige Möglichkeiten um den Puls der Stadt physisch, auditiv und visuell zu bearbeiten.

 

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11 – 18

Und JA das Konzept Vibrationen zu spüren und zu bewegen ist am Anfang ziemlich irritierend! 

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Claudia Interview Beach

Fabian Interview Beach

Walk the line

Gehen wurde ein zentraler Bestandteil unserer Recherche. Normalerweise gingen wir stundenlang durch die Stadt, um das Verhältnis zwischen architektonischer und städtebaulicher Struktur und dem bewegenden Körper zu erfahren. Während wir gingen, verlangsamten wir unser Tempo und versuchten uns auf - für uns - ungewöhnliche Dinge zu fokussieren. Unsere Empfindungen und momentanen Begehren wurden die Basis unserer Entscheidungen, wie wir durch die Stadt navigierten. Wir entdeckten Orte, die eigentlich für uns unzugänglich waren oder die komplett ungenutzt in der Mitte der Stadt lagen. Wir stellten uns vor, wie Menschen und andere Kreaturen hinter den Mauern existieren. Wir experimentierten damit die Vibrationen der Stadt zurück-zu- performen – wie ein Austausch zwischen der impliziten und expliziten physischen Erfahrung im Stadtraum und den architektonischen Gegebenheiten. 

Performanceanweisung 2 Walk the (vibration)line!

1. Suchen Sie sich einen Anfangspunkt A und Endpunkt B!

2. Schließen Sie Ihre Augen!

3. Bewegen Sie sich von Punkt A zu Punkt B!

4. Nehmen Sie den Impuls zum Bewegen von ihrem körperlichen Empfinden der Vibrationen im Raum.

5. Sie können Ihre Körperform ändern – Ihr Tempo oder die Sequenzierung Ihrer Bewegung – Sie können innehalten – aber Sie bleiben aufrecht und wechseln nicht die Raumebene!

 Einige Variationen der Performanceanweisung ‚Walk the (vibration)line’:

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Fabian Walk the line

Breuninger Walk 

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21 – 24

Vibration trip

Wenn wir bewegen sind wir immer in Beziehung mit der Umwelt – dem Raum, den Menschen, den Dingen. Von der körperlichen Ebene aus gesehen garantieren Spiegelneuronen und körperliche Synchronisationsmuster eine durchgehende kollektive, interaktive und wechselseitige Vibration, die uns in kontinuierlichen Austausch mit Subjekten und Objekten bringt. In Bezug auf Körper und Architektur gibt es zumindest eine einseitige Beziehung: während wir uns ständig durch architektonische Entscheidungen (gegenwärtige und vergangene) bewegen, hinterlassen die Stadt, die Gebäude oder die Straßen Eindrücke in den Körpern. Die scheinbar stabilen Strukturen vibrieren und bewegen dadurch mit den lebendigen Körpern.

Performanceanweisung 3 Vibration trip

1. Wählen Sie einen Ort im Stadtraum!

2. Schließen Sie die Augen!

3. Lassen Sie ihren Körper die ganze Zeit vibrieren!

4. Vielleicht spüren Sie die Vibrationen des Ortes – vielleicht erzeugen Sie die Vibration in ihrem Körper – beides darf sich mischen!

5. Gehen Sie auf einen Vibrationstrip!

6. Vibrieren Sie für minimal 15 Minuten!

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31, 32

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3.1.Bus station short

 

Vibration Roll

Der Philosoph Gernot Böhme argumentiert, dass die ökologische Krise vor allem eine körperliche Krise ist, da die Menschen alle Umweltveränderungen auf der körperlichen Ebene erfahren. Alle Materie – verschmutzt oder nicht - wird auf die eine oder andere Art von unserem Körper aufgenommen. Das zu Grunde legend müsste das Konzept von der Trennung von Innen (Körper) und Außen (Umwelt) eigentlich ausgedient haben. Allerdings scheint es immer noch ein hilfreiche Strategie zu sein, um einfacher mit den Widersprüchen und Bedrohungen in unserem Ökosystem umzugehen. Leider wird diese Strategie nicht helfen, um mit den gegenwärtigen ökologischen, kulturellen und menschlichen Fragen umzugehen. EXPLORE VIBRATION und die Arbeit mit der Verkörperlichung von Vibrationen war eine Erfahrung von Verschmelzung von Körper und Umwelt – eine Erfahrung der Auflösung von Innen und Außen. Die ultimative Performanceanweisung, um diese Verschmelzung zu erfahren, ist ‚The Vibration Roll’

Performanceanweisung 4 Vibration roll!

1. Legen Sie sich auf einen öffentlichen Platz!

2. Stellen Sie sich ihre Bewegung als Vibrationskurve vor!

3. Nehmen Sie die Impulse zum Bewegen von der Empfindung der Vibrationen (Innen & Außen)

4. Rollen Sie über den gesamten Platz!

5. Halten Sie inne wann immer Sie wollen! Wählen Sie unterschiedliche Geschwindigkeiten. 

ADD Photos 45 - 48

Moving the city

 

„What we perceiveis determined by what we do(or what we know how to do); it is determined by what we are readyto do.“ (Alva Noe, 2004).

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 Duo C & C Tsemeret

 

Sobald wir bewegen – also immer – ist der Körper in ein größeres, von Wechselseitigkeiten bestimmtes, Vibrationsfeld eingebettet. Je mehr wir unser sensormotorisches und kinästhetisches Wissen erweitern, desto differenzierter wird unsere Wahrnehmungsfähigkeit. Dadurch wächst die Fähigkeit Vibrationsfelder zu spüren. Unabhängig wie differenziert wir die Vibrationen wahrnehmen, wenn wir sie oder ihre Repräsentationen (also das, was wir uns darunter vorstellen) verkörpern, verbinden wir automatisch unsere körperliche Präsenz mit den Vibrationsfeldern. Haben Sie Spaß mit Performanceanweisung 5!

 

Performanceanweisung 5 Moving the city

1. Improvisieren Sie mit der Idee, dass ALLES und ALLE mit ALLEM verbunden sind.

2. Fangen Sie mit einer Bewegung und setzen alle Impulse, die sie spüren spontan um!

3. Bewegen Sie die realen oder erdachten Vibrationen zwischen den Menschen und den Dingen! 

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Duo C & M Chairs

Duo CC Stuttgart

Trio Park Tsameret